SWAP vergrößern

SWAP vergrößern unter Linux / Raspberry Pi

Die Vergrößerung des SWAP-Bereichs kann die Systemstabilität stark erhöhen, dauert keine drei Minuten und ist super einfach. Das Anpassen funktioniert einwandfrei mit den Standard-Images, auch mit Raspian auf dem Raspberry Pi. Was genau SWAP bedeutet und wofür es gut ist, erfährst du unter SWAP – was ist das?

SWAP vergrößern / verkleinern

In der Datei /etc/dphys-swapfile ist die Konfiguration der SWAP-Größe hinterlegt. Einfach angepasst werden kann diese über

sudo echo "CONF_SWAPSIZE=512" > /etc/dphys-swapfile

oder

sudo nano /etc/dphys-swapfile

In diesem Fall muss der numerische Wert angepasst werden, 512 für eine 512 MB Große SWAP-Partition („CONF_SWAPSIZE=512″).

Mit dphys-swapfile setup kann geprüft werden, ob die optimale Größe eingestellt wurde.

sudo dphys-swapfile setup

Aktiviert wird der SWAP mit:

sudo dphys-swapfile swapon

Und schon ist die Vergrößeren der SWAP-Partition erledigt. 🙂

Eine gute Hilfe und Beschreibung zu den (übrigen) Befehlen von dphys-swapfile: http://manpages.ubuntu.com/manpages/lucid/man8/dphys-swapfile.8.html

SWAP deaktivieren

Um den SWAP zu deaktivieren, führt diesen Befehl aus:

sudo update-rc.d dphys-swapfile remove

Anschließend sollte der Raspberry Pi bzw. das Linux-System neugestartet werden.

sudo shutdown -r now

Mit diesem Befehl kann geprüft werden, ob er auch deaktiviert wurde.

swapon -s

kommt …

Filename         Type     Size     Used     Priority

wurde der SWAP deaktiviert.

3 Gedanken zu „SWAP vergrößern

  1. Das Thema SWAP beim Raspberry Pi ist leider so eine Sache. Auf der einen Seite sicherlich sinnvoll, da der RPi relativ wenig RAM hat (512MB beim aktuellen B-Modell bzw. 256 beim A-Modell und der ersten Revision der B-Modelle). Allerdings ist die SWAP-Partition auf der SD-Karte auch keine tolle Lösung, da der Speicher dadurch schnell kaputt geht. SD-Karten ersetzen halt nun mal keine HDD/SSD und können bei intensiver Nutzung des SWAP-Speichers recht schnell die Biege machen.

    1. Hallo Alexander, auf dieses Thema bin ich bereits in meinem letzten Beitrag eingegangen.

      Zu einer Erhöhung der Systemstabilität, bei intensiver Systemnutzung, gibt es in den meisten Betriebssystemen eben nur diese eine einfache Softwarelösung – bei gleichzeitig begrenzter Hardware (wie beim Pi).

      Zu der Lebensdauer: Der Pi bekommt vom Standard-Image eine swappiness von 1 (0 kein swapping, 100 aggressives swapping | Auslesen via cat /proc/sys/vm/swappines). Ergo kann man davon ausgehen, dass von Haus aus gaaanz wenig swappt (Debian- & Ubuntu-Standard ist 60!).
      Per Standard sollten SD-Karten 10.000 Schreibzyklen unterstützen, laut Herstellern teilweise deutlich mehr. Nehmen wir die 10.000 für eine Rechnung: 512 MB * 10.000 = 5.120 GB die geschrieben werden müssten, um allein nur diesen 512 MB-großen Bereich einer SD-Karte zu zerstören.

      Fazit: Das Risiko kann beim Pi wohl als sehr gering eingeschätzt werden.

      1. Hallo Paul, du hast schon recht – in der Theorie ist die Standard-swappiness recht gering beim Pi und die SD-Karten sollten (!) auch lange halten nach Herstellerangaben.
        In der Praxis ist es aber leider so, dass der auf SD-Karten verbaute Speicher i.d.R. von recht schlechter Qualität ist und nur dank ECC wirklich genutzt werden kann. Zudem findet auf SD-Karten massives bad block remapping statt (teilw. sind 80% der verbauten Speicherblocks einer SD-Karte defekt; kommt daher, dass die Hersteller keinen Speicher wegwerfen wollen; was also mal als 16GB-Karte gedacht war, wird wegen der vielen kaputten Speicherzellen und „dank“ bad block remapping als funktionierende 2GB-Karte angeboten).
        Zudem nutzen sich Speicherblocks auch durch P/E-Cycles ab, je mehr, je kleiner der verbaute Speicher. Hier mal ein Artikel dazu: http://www.theregister.co.uk/2012/05/02/densbits_tlc/
        Die 10.000-Zyklen würden also nur bei 50nm-MLC-Speicher erreicht werden. Wenn man aber Pech hat und ein TLC-Speicher ist verbaut (oder die Speicherblöcke allgemeint kleiner gefertigt wurden), ist dieser Wert wesentlich geringer.
        Unter Anbetracht dieser Fakten (und dass RAM als Arbeitsspeicher und eben nicht als Festspeicher gedacht ist, was die Schreibzyklen im Gegensatz zum normalen Gebrauch merklich steigert) ist das Risiko meiner Meinung nach nicht als sehr gering einzuschätzen, dass die SD-Karte beschädigt wird. Im übrigen kann schon ein falsches bit im RAM/Swap katastrophale Auswirkungen für den sauberen Betrieb des Pi nach sich ziehen.
        Wer RAM-Speicher intensive Anwendungen auf dem Pi im Dauerbetrieb laufen hat, dürfte mit einem Cubieboard o.ä. besser bedient sein, als mit einem „geswappten“ Pi 😉

        P.S.: Beim 30C3 gab es einen interessanten Vortrag zum Thema SD-Karten.

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